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Das Gedächtnis ist ein hypothetisches Konstrukt für das, was unseren Erinnerungen zugrunde liegt. Und unsere Erinnerungen sind die Grundlage für unsere Identität, also für die Persönlichkeit, Interessen, Ansichten und Werte, Vorlieben, eben all das was uns ausmacht. Auch unser Verhalten wird maßgeblich durch Erinnerungen an bereits erlebte Situationen beeinflusst. Im Folgenden wird es darum gehen, wie das Gedächtnis funktioniert und welche Formen zu unterscheiden sind.

Zwei Möglichkeiten

Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten das Gedächtnis zu unterteilen:
Nach der Zeit: Die chronologische Gliederung beschreibt den Ablauf der Informationsverarbeitung, bevor die Information für eine längere Zeit abrufbar ist.
Nach dem Inhalt: Die funktionale Gliederung beschreibt die Art der Information, die im Langzeitgedächtnis gespeichert ist.

1. Drei-Speicher-Modell von Atkinson & Shiffrin

Abbildung: Modales Modell (Atkinson & Shiffrin)

Das Gedächtnis lässt sich laut dem Modalen Modell in drei Komponenten einteilen, die jeweils eine begrenzte Speicherkapazität und –dauer aufweisen1Die sensorischen Register enthalten alle Informationen, die von unserem Wahrnehmungsapparat gerade aufgenommen werden. Dabei hat jede sensorische Modalität (vereinfacht: jeder Sinn) einen separaten Speicher. Lange nicht jeden Reiz, den unsere Sinne verarbeiten, nehmen wir auch bewusst wahr. Dies würde zu Reizüberflutung und Überforderung führen. Dennoch entsteht im Gedächtnis zunächst ein genaues Abbild der Umwelteinflüsse. Hierfür ist nahezu unbegrenzte Kapazität nötig, die mit einer extrem kurzen Speicherdauer einhergeht. Wir bewegen uns bei visueller Information im Bereich unter einer Sekunde. Die erste Stufe der Verarbeitung verläuft also unbewusst und erfordert keine Aufmerksamkeit. Das ikonische Gedächtnis fungiert als ein Bindeglied zwischen Wahrnehmung und Gedächtnis. Laut des Modalen Modells gelangt Information von den sensorischen Registern nur dann in das Kurzzeitgedächtnis, wenn der Information Aufmerksamkeit geschenkt wird. Im Alltag wird der Begriff Kurzzeitgedächtnis anders verwendet als in der Gedächtnispsychologie. Bereits eine Speicherdauer von mehr als 60 Sekunden fällt unter den Begriff des Langzeitgedächtnisses. Im Kurzzeitgedächtnis kommt es zu einer bewussten Verarbeitung der Informationen. Mit innerem Wiederholen kann man dem Vergessen aktiv entgegenwirken.

Welche Kontrollprozesse hier ablaufen und wieso das Kurzzeitgedächtnis auch als Arbeitsgedächtnis bezeichnet wird können Sie hier nachlesen. 

(Beitrag Kurzzeitgedächtnis verlinken!!)

Ein erfolgreicher Transfer ins Langzeitgedächtnis hängt von verschiedenen Faktoren ab. Welche das sind und unter welchen Umständen Sie gut erinnern, können Sie hier nachlesen.

(Beitrag Erfolgreich erinnern verlinken!!)

2. Dimensionen des Langzeitgedächtnis

Abbildung: Dimensionen des LZG

Die im deklarativen Gedächtnis gespeicherten Informationen sind bewusst zugänglich und können mit Worten beschrieben werden. Es wird weiter unterteilt in episodisches Gedächtnis und semantisches Gedächtnis. Das semantische Gedächtnis umfasst das im Laufe eines Lebens angeeignete allgemeine Wissen, Fakten und Einstellungen, beispielsweise dass Wasser nach unten fließt oder dass 6 + 27= 33 ist. Demgegenüber beinhaltet das episodische Gedächtnis autobiographische Erinnerungen. Es besteht also noch ein räumlicher und zeitlicher Kontext der Erinnerung,  zum Beispiel die Erinnerungen an den letzten Urlaub in den Berge. Die im nicht-deklarativen Gedächtnis gespeicherten Informationen sind Fertigkeiten, die nur schwer oder gar nicht verbal beschreibbar sind. So umfasst das prozedurale Gedächtnis beispielsweise die Bewegungsabläufe die beim Fahrradfahren benötigt werden. Das gleiche Prinzip ermöglicht uns das Zubinden von Schuhen. Oder können Sie jemandem erklären wie man Fahrrad fährt? Diese Einteilung des Gedächtnisses in verschiedene Subsysteme ist keineswegs willkürlich. Es gibt Gedächtnisstörungen, bei denen nur genau einer dieser Bereiche betroffen ist. Dieser Umstand wird als Evidenz für eine solche Unterteilung herangezogen.

Weitere Literaturhinweise:

Eysenck, M. & Keane, M. T. (2015). Cognitive Psychology: A student’s Handbook, Abingdon: Taylor & Francis.

Mehr über die verschiedenen Gedächtnisstörungen können Sie hier nachlesen.

(Beitrag Gedächtnisstörungen verlinken!!)

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