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Bei Beeinträchtigungen der kognitiven Leistungsfähigkeit ist Hirnleistungstraining ein gern eingesetztes Mittel, um Betroffene in der Therapie gezielt zu fördern. Eine solche Beeinträchtigung kann Folge des natürlichen Alterungsprozesses sein, aber auch pathologische Ursachen haben. Die folgende Übersicht zeigt bei welchen Diagnosen Hirnleistungstraining als vorrangiges Heilmittel empfohlen wird

Der Heilmittelkatalog

Die Möglichkeit Beeinträchtigungen der kognitive Leistungsfähigkeit mittels Hirnleistungstraining entgegen zu wirken führt dazu, dass im Heilmittelkatalog (Stand: Juni 2020) Hirnleistungstraining bei folgenden Erkrankungen als vorrangiges Heilmittel und bei Schizophrenie und affektiven Störungen als optionales Heilmittel aufgeführt ist:

Diagnosegruppe Diagnose
PS5
Dementielle Syndrome
z.B. Morbus Alzheimer,
insbesondere im Stadium der leichten Demenz (CDR 0.5 und 1.0)
EN1
ZNS-Erkrankungen und/oder Entwicklungsstörungen bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs
z.B. Schädelhirntrauma, Cerebralparese, zerebrale Hypoxie, zerebraler Tumor, Meningoencephalitis
EN2
ZNS-Erkrankungen nach Vollendung des 18. Lebensjahrs
z.B. Schädelhirntrauma, Morbus Parkinson, Multiple Sklerose, Apoplex, Blutung, zerebraler Tumor, Cerebralparese
PS1
Entwicklungsstörungen
Verhaltens- und emotionale Störungen mit Beginn in Kindheit und Jugend
z.B. frühkindlicher Autismus
z.B. Störung des Sozialverhaltens, depressive Störung/Angststörung, Essstörungen
PS4
Psychische und Verhaltensstörungen durch
psychotrope Substanzen
z.B. Abhängigkeitssyndrom

Wie funktioniert Hirnleistungstraining überhaupt?

Der neuronale Hintergrund

Im menschlichen Gehirn gibt es um die 25 Milliarden Nervenzellen (Neurone).
Generell sieht der Bauplan unseres Körpers eine unterschiedliche Lebensdauer je nach Art der Körperzelle vor. So erneuert sich beispielsweise unsere Oberhaut (Epidermis) ungefähr alle 28 Tage komplett neu. Nervenzellen hingegen sind sehr langlebige Zellen und begleiten uns teils das ganze Leben. Beschädigte oder abgestorbene Neuronen können vom Körper nicht ohne weiteres erneuert oder ersetzt werden.
Die Ursache für einen solchen Verfall kann Folge von neurodegenerativen Erkrankungen oder Hirnschädigungen sein. Auch der natürliche Alterungsprozess führt zu einer Degeneration von Nervenzellen.

Zwei Wirkmechanismen

1. Neuronale Plastizität

Neuroplastizität bezeichnet die Fähigkeit von Hirnarealen sich in ihrer Anatomie und Funktion zu verändern. Das bedeutet, statt abgestorbene oder beschädigte Neurone zu ersetzen, ist das Gehirn dazu in der Lage sich neu zu organisieren. Diese Umstrukturierung passiert allerdings nicht automatisch, sondern bedarf externer Stimulation. Obwohl junge Neuronenstrukturen schneller und dynamischer reagieren als alte, bewahrt sich das Gehirn seine Plastizität bis ins höhere Alter.

2. Kognitive Flexibilität

Die Verbesserung kognitiver Leistungsfähigkeit durch Hirnleistungstraining beruht einerseits auf diesem neuronalen Lernmechanismus und andererseits auf dem Erwerb neuer Strategien. Diese ermöglichen eine Verbesserung der kognitiven Performanz im Rahmen der bestehenden, neuronalen Ressourcen.

Das Beste herausholen

Die Gesamtzeit des Trainings auf mehrere Sitzungen zu verteilen führt zu größeren Trainingseffekten, als das Training an einem Stück durchzuführen4. Außerdem zählt Wiederholung zu den wichtigsten Lernprinzipien5. Um also größtmögliche Erfolge beim Hirnleistungstraining zu erzielen, sollte regelmäßig und eher in kleinen Zeiteinheiten trainiert werden. Beim kognitiven Training ist es wie beim Krafttraining. Man muss regelmäßig etwas dafür tun.

Mit unserer App ∆elta home ist dies jederzeit selbstständig möglich. Mehr dazu..
Mit ∆elta können neben den Hirnleistungstrainings auch etablierte neuropsychologische Testverfahren durchgeführt werden. Mehr dazu..

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